Die Geschichten gleichen sich




Tierfänger - Was ist dran an der Geschichte?

„Soeben erreicht mich eine Mitteilung der Katzenhilfe Bremen, dass in Bremen Rönnebeck und in umliegenden Stadtteilen, sowie in Achim bei Bremen in den letzten Tagen auffallend viele Katzen in Verbindung mit Altkleidersammlungen verschwinden. Es fanden Sammlungen mit Körben statt. Aufgefallen sind 2 Kleintransporter, blau und weiß. Näheres ist leider wieder mal nicht bekannt. Es ist nicht gesichert, ob die wirklich was damit zu tun haben, man sollte aber die Augen offen halten und sich Kennzeichen und Personenbeschreibungen merken.“  - Solche Meldungen findet man zu hunderten im Internet. Sind die Berichte von als Altkleidersammler getarnten Tierfängern dem kulturellen Phänomen der modernen Mythen zuzurechnen ähnlich der Geschichte von der Spinne in der Yucca-Palme?


Immer wieder wird berichtet, dass kurz bevor massiv Haustiere eines Gebietes abgängig sind, Schrottsammlungen, Sperrmüllsammlungen und v.a. Altkleidersammlungen stattfinden. Besonderes Augenmerk richtet sich auf Tonnen, die für Altkleidersammlungen aufgestellt werden. Es wird berichtet, dass Zettel auf den Tonnen, die darüber informieren, wer wofür sammelt, oftmals undurchsichtig sind: von Firmen, die nicht existierten, ebenso wie die angegebenen Telefonnummern. Des Weiteren wurden Kombis oder Lieferwagen mit fremden Kennzeichen gesichtet, die, z.T. mit dunklen oder verhangenden Scheiben, im Schritttempo durch die Gegend fuhren und häufig anhielten. Aufgrund der Kennzeichen konnte bisher noch keiner dieser Fahrzeughalter identifiziert werden. Häufig wird gesagt, sie wären gefälscht, gestohlen, unkenntlich gemacht. In den aufgestellten Tonnen werden Lockstoffe vermutet. Sichergestellt wurde bislang nichts.


Immer wieder wollen Betroffene Hinweise auf professionelles Ausspähen bemerkt haben: Zeitgleich mit den Tonnen tauchen vermehrt fremde Personen auf, die in der Gegend rumlaufen, sich nach Haustieren erkundigen, im Müll wühlen. Es wird auch von Haustüraktionen wie Zeitschriftenwerbung, Tierfutterverkäufern oder Prospektverteilern berichtet. Ebenso sollen die Tierfänger mit Preisausschreibenaktionen und Telefonumfragen vortäuschen, um Informationen über die Haustiere einer Gegend zu sammeln und sich unauffällig auf den Grundstücken bewegen zu können.


Die Haustiere verschwinden meist nachts oder am frühen Morgen und sollen mit Hilfe von Lockstoffen, Futterstellen und Fangschlingen angelockt und eingefangen werden. Ebenfalls wurde beobachtet, dass sich die Tiere kurz vor ihrem Verschwinden seltsam verhalten. Sie sind total verstört oder aggressiv. Sie ändern ihre Gewohnheiten, wollen unbedingt hinaus, verweigern Nahrungsaufnahme. Lockstoffe sollen Hautirritationen bei Tier und Besitzer auslösen.


Sie müssen selbst entscheiden, inwieweit Sie den Geschichten von Tierfängern glauben. Fest steht, dass noch nie ein Tierfänger bzw. eine kriminelle Vereinigung von Tierfängern, die wie beschrieben vorgingen, dingfest gemacht werden konnten. Trotz der unzähligen Berichte ist bislang kein Zusammenhang zwischen Kleidersammlungen und Tierklau nachgewiesen. Um sich und sein Tier zu schützen kann es aber nicht verkehrt sein, potentiellen Dieben die Arbeit zu erschweren. Sie sollten deshalb Ihre Tiere nachts nicht rauslassen, sie außerhalb des Hauses nicht unbeobachtet lassen und sie nicht vor Geschäften anbinden. Falls in Ihrer Straße Sammelbehälter auftauchen, überprüfen Sie die Seriosität der Firma. Fragen Sie beim Ordnungsamt nach, ob die Sammlung genehmigt wurde. Sollte dies nicht der Fall sein, schalten Sie die örtliche Polizei ein und warnen Sie Ihre Nachbarn. Notieren Sie sich Fahrzeugtyp und Kennzeichen der Sammelfirma und melden Sie verdächtige Beobachtungen der Polizei oder Tierschutzvereinigungen in Ihrer Nähe.



 
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