Motive für den Tierklau

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Tierfänger - Was ist dran an der Geschichte?

Die, die professionellen Tierklau für möglich halten, und diejenigen die die Möglichkeit grundweg ablehnen, steiten erbittert.


Ein wichtiger Streitpunkt der beiden Parteien sind die Motive, die einem organisierten Tierklau in großem Umfange zugrunde liegen könnten, und die damit verbundene Frage, ob sich Tierdiebstahl denn überhaupt lohnt. Dies ist kaum verwunderlich, da es eine fundamentale Voraussetzung für die Glaubwürdigkeit der Berichte über organisierten Tierklau ist. Lesen Sie deshalb, welche Motive Tierfängern unterstellt werden, und was beide Lager über die Verdienstmöglichkeiten im professionellen, aus wirtschaftlichen Gründen betriebenen Haustierdiebstahl denken.


Der Wunsch ein bestimmtes Tier zu besitzen, ein unerschwingliches Rassetier, mag ein Motiv sein, um einen Diebstahl zu begehen. Ebenso soll es Menschen geben, die Tiere einfach nicht ausstehen können, sie deshalb ihrem Besitzer wegnehmen und töten. Man hört auch davon, dass es für manche verquere Glaubensrichtungen nötig ist, Tier zu entführen, um sie später rituell zu töten, oder, dass Katzen gestohlen werden, um Kampfunde abzurichten. Solcherart gelagerte Fälle sind durchaus anzutreffen, jedoch sehr selten.


Tierschützer, die Tierdiebstahl verfolgen, machen deshalb v.a. wirtschaftliche Interessen für das Verschwinden von Haustieren verantwortlich. Zum einen gäbe es kleinkriminelle Gelegenheitsdiebe, die v.a. auf den Diebstahl teurer und seltener Tiere spezialisiert sind. „Lösegelderpressungen“ und der lukrative Weiterverkauf an Interessierte wären hier die Motive. So wurde im letzten Jahr in Großbritannien öffentlich, dass vermehrt seltene Tierarten, u.a. Aras, Kois und Affen, gestohlen wurden, um sie gewinnbringend weiterzuverkaufen. Nur mit wertvollen und/oder teuren und seltenen Tierarten sind solcherlei krimineller Geschäfte möglich.


Da aber nach inoffiziellen Angaben der Tierschützer jährlich hunderttausende Haustiere verschwinden, viele davon nur kostbar für ihre Besitzer sind, unterstellen Anti-Tierklau-Aktivisten Tierdieben auch andere wirtschaftliche Einnahmequellen. Vermutet wird, dass Tiere zum einen eingefangen werden, um Massenzüchtungen zu beliefern. Weiterhin wird angenommen, dass die Tiere gestohlen werden, um ihre Felle für Mäntel, Rheumadecken oder Lederwaren zu verarbeiten. Am häufigsten geht man davon aus, dass Tierdiebe die Tiere direkt an Labore für Tierversuche verkauften.


Gerade diese Motive werden von den Vertretern, die den organisierten Tierklau im großen Umfang als Mythos betrachten, angezweifelt. So führen sie an, dass Labore Tiere gar nicht von Händlern kaufen und nur eigens gezüchtete Tiere verwenden. Die Erlöse, die aus dem Tierdiebstahl möglich sind, würden überdies den beschriebenen organisatorischen Aufwand überhaupt nicht lohnen.


Eines sollte aus dem Gesagten deutlich geworden sein: die Berichte zu diesem Thema sind verwirrend. Es gibt bislang kaum gesicherte Erkenntnisse. Tierfreunde kämpfen darum, dass dem Thema Tierklau mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird und Tierdieben schneller und sicherer das Handwerk gelegt wird. Anderenorts werden ihre Berichte als irrational abgetan.




 

 
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